Ein Versagen

„Es ist unmöglich!“ Seine Stimme hallte durch den Krankenhausflur, seine Füße klatschten auf den Fliesen. Er betonte jede Silbe einzeln, als würde die Frau an seiner Seite ihn nur deshalb nicht verstehen, weil er nicht deutlich genug sprach.

„Was ist mit dem Prototyp?“ Sie sprach leise, doch ihre Entschlossenheit füllte den Flur ebenso sehr aus wie seine Gegenwehr. Auch jetzt schüttelte er erneut heftig den Kopf. „Ich werde kein Leben riskieren mit einem…“

„Ihr Leben ist vorbei, wenn wir es nicht versuchen“, fuhr sie ihm über den Mund, um noch leiser fortzufahren: „Und dann können Sie dem Senator erklären, warum Sie nicht alles für sein Kind getan haben.“

„Ach, darum geht es also!“ Er ballte seine Hände zu Fäusten. „Sie wollen dem Senator gefallen. Für das Mädchen interessieren Sie sich gar nicht.“ Er fuchtelte unbestimmt mit der Hand in Richtung des Operationssaales hinter ihnen.

Abrupt blieb sie stehen und funkelte ihn an. Kurz durchbohrte ihn der Blick ihrer grauen Knopfaugen, doch bevor sie etwas erwidern konnte, flackerte ihr Blick mit dem Erhalt einer neuen Nachricht. Ihre Pupillen weiteten sich und für einen Moment schien sie ins Nichts zu starren, während statt der Realität der Text vor ihren Augen erschien.

Wenige Sekunden später senkte sie den Blick und schob die Hand in die Tasche ihres Blazers, um ihr leichtes Zittern zu verstecken. „Glückwunsch, Doktor, Sie haben gewonnen. Sie ist tot.“

 

Dieser Text spielt 4 Jahre vor den Ereignissen in „Digitalis“, das in einer digitalen Zukunft im Jahre 2169 spielt und an dem ich derzeit arbeite.


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